Internetanbindung über Surfstick

By | 28. Juni 2018

Kompatible Surfsticks

Sollten weitere Modelle kompatibel sein, bitte ich um ein Kommentar oder eine Mail an info@honey-pi.de, damit ich das Model in die Liste mitaufnehmen kann.

Wer ein WLAN Netzwerk in Reichweite seines Bienenstandes hat brauch natürlich keinen Surfstick kaufen. 

Konfiguration des Surfsticks

Bevor der Surfstick an den Raspberry Pi angeschlossen wird, sollte der Surfstick vorher an einem Laptop oder einem Computer in Betrieb genommen werden. Dazu wird der Anleitung des Surfsticks gefolgt, um die PIN der eingelegten SIM-Karte im Webinterface des Surfsticks abzuspeichern. Dieses Webinterface ist meistens unter „192.168.8.1“ oder „surf.stick“ erreichbar.

 

Die Vorgehensweise im Detail

  1. In den Surfstisck wird zunächst die SIM-Karte von Netzclub eingelegt. Danach kann der Surfstick am Computer an einen USB-Anschluss angeschlossen werden.
  2. Im nächsten Schritt öffnest du deinen Webbrowser und gibst die IP-Adresse „http://192.168.8.1“ des Surfsticks ein. Je nach Hersteller und Modell kann es eine andere IP-Adresse sein.
  3. Nachdem du das Webinterface des Surfsticks erfolgreich geöffnet hast frägt nun deine SIM-Karte nach dem SIM-Karten PIN. Dieser vierstellige PIN wurde dir mit der Netzcub SIM-Karte zugesandt. Ich empfehle anschließend unter „Einstellungen=>Sicherheit“ die PIN-Abfrage zu deaktivieren, dann funktioniert der Stick immer direkt sofort.
  4. Je nach verwendeten Mobilfunkanbieter müssen eventuell zusätzliche Einstellungen geändert werden. Netzclub hat die APN „pinternet.interkom.de“. Bei Surfsticks mit SIM-Lock kann die APN nicht geändert werden. Sollte daher ein Surfstick mit SIM-Lock gekauft worden sein gehen auch nur die entsprechend unterstützen Mobilfunkanbieter.
  5. Das Roaming kann aktiviert werden. Die 100MB/Monat von Netzclub gelten in allen EU Ländern. Durch das aktivierte Roaming kann sich der Surfstick besser in das E-Plus- und O2-Netz (je nach Verfügbarkeit) einwählen.

Vielen Dank an Andreas, der für die Konfiguration unter Windows 10 eine Anleitung erstellt hat. Die Besonderheit seiner Anleitung ist, dass das Webinterface (erreichbar über die IP) nicht verwendet wurde. Die Konfiguration erfolgt über die in Windows 10 integrierte Steuerung.

 

Der nachfolgende Abschnitt ist nur für diejenigen interessant, die das raspbian System verändern wollen.

Zusatz: Es gibt unterschiedliche Typen von Surfsticks

Die Internetanbindung des Honigstands erwies sich schwieriger als ich mir das vorstellte. Mit einfach einen Surfstick anzuschließen war es nicht getan. Es stellte sich heraus, dass es bei den Surfsticks Unterschiede gibt. Der Surfstick (4G Systems XS Stick P14) den ich noch seit 2012 daheim liegen hatte war ein ziemlich altes Gerät, welches sich zuerst als USB-Device beim Raspberry präsentiert. Mit „usb_modeswitch“ ändert sich das automatisch und das USB-Device wird als Analogmodem erkannt, welches mit AT-Codes gesteuert wird. Das ist vor allem dann nützlich, wenn man auch SMS verschicken möchte. Ein Problem ist es aber, dass vor allem bei dem mir vorliegenden Noname-Surfstick die benötigten AT-Kommandos nicht dokumentiert sind und sich dazu wenig Brauchbares im Internet findet. Deshalb habe ich mich nach etwas Recherche einen anderen Sufstick (ZTE k4505-z bzw. Vodafone USB-Easy-Stick K4505-Z) ausprobiert, da sich dieser direkt als Modem registriert. Laut Amazon Beschreibung ist der Surfstick „bereits als Modem konfiguriert und wird sofort erkannt“. Daher wäre dieser Surfstick für uns die beste Variante. Mit dem Kommando „ifconfig -a“ wird das Modem als „wwan0“ erkannt. Falls der Surfstick auch nicht geht habe ich gleich noch einen sehr verbreiteten Huawei Surfstick mitbestellt, den HUAWEI E3531. Dieser wird zuerst auch als USB-Device erkannt, mit Modeswitch jedoch auch automatisch als Ethernet-Schnittstelle eingebunden. Auf AT-Kommandos kann bei diesem Surfstick verzichtet werden. Eventuell sind die Interfaces mit dem Kommando „sudo nano /etc/network/interfaces“ um die folgenden Zeilen zu ergänzen:
allow-hotplug usb0
iface usb0 inet dhcp

WLAN-Hotspot am Bienenstand

Der Vollständigkeit halber möchte ich gerne die Möglichkeit eines externen 3G-Modems erwähnen, welches als Hotspot arbeitet. Der Raspberry Pi kann sich in dieser Variante einfach in das WLAN des 3G-Modems anmelden. Diese Möglichkeit gibt es ab 10 Euro Aufpreis zu einem Surfstick und hat meiner Meinung eine bessere Wiederverwertbarkeit, da beispielsweise auch ein Smartphone mit dem Hotspot verbundenwerden kann. Außerdem sind in manche Modelle (z.B. Huawei E5330🛒) Statusanzeigen für Akkustand und Verbindungsstärke integriert. Die externen 3G-Modems benötigen eine eigene Stromversorgung über Micro-USB, können aber auch durch die USB-Buchse des Raspberry Pis gespeist werden. Bei der Berechnung der Betriebsdauer der Stromversorgung ist darauf zu achten, dass ein externes 3G-Model – vielleicht sogar eines mit LCD-Display – mehr Strom verbraucht als ein reiner Surfstick. Manche 3G-Modems haben bereits selbst einen eigenen Akku verbaut.

Mit dem WLAN-Hotspot, wie der des Huawei E5330 🛒, kann sich mit mehreren HoneyPis verbunden werden. Unsere Firmware bietet eine WLAN-Unterstützung. Daher können sich mehrere Raspberry Pis mit einem WLAN-Hotspot verbinden. Das hat den Vorteil, das nicht für jeden Raspberry Pi Zero W je ein Surfstick gekauft werden muss, sondern nur noch ein gemeinsames Hotspot-Modem für alle Geräte.

14 thoughts on “Internetanbindung über Surfstick

  1. Martin

    Hallo zusammen
    Habe noch ein ZTE MF110 Surfstick von 1&1 Bj.2010
    im Rechner muss eine software gestartet werden APN habe ich eingerichtet.
    im Rechner bekomme ich eine Verbindung. Muss aber auf verbinden in der Software drücken.
    Weiß jemand wie ich den am Laufen bekomme?
    gruss Martin

    Reply
    1. Javan Post author

      Hallo Martin,

      ich habe auch von 1&1 einen neuen Surfstick erhalten. Dieser lässt sich im Gegensatz zu deinem älteren Modell über ein Webinterface einstellen. Es ist also keine zusätzliche Software erforderlich, sondern die Einstellungen werden im Surfstick selbst gespeichert. Dennoch lief der neuere ZTE Surfstick bei mir leider nicht.

      Ich vermute bei deinem Modell handelt es sich um einen Surfstick, der mit AT Kommandos programmiert wird.
      Bei weiterer Recherche bin ich auf diesen Beitrag gestoßen: https://wiki.archlinux.org/index.php/ZTE_MF110/MF190
      Theoretisch kann man jetzt mit dieser Hilfe das zu Grunde liegende raspbian-lite System über eine SSH-Verbindung anpassen. Dies erfordert erweiterte Linux Kenntnisse.

      Andere Surfsticks sind da viel einfacher.

      Viele Grüße
      Javan

      Reply
  2. Tina

    Hi,
    kämpfe gerade mit dem Surf Stick Huawei E3531 in Verbindung mit der Netzclub SIM.
    Karte ist eingelegt und Stick wird vom Laptop erkannt.
    Musste kein Passwort oder sonst was eingeben, nur PIN.
    Roaming ist ausgeschaltet.
    Angezeigt wird mir eine mögliche 2G-Verbindung, die aber nicht aktiv ist, wegen Roaming (Anzeige: roaming+ Netzclub).
    Gebe ich Roaming frei, habe ich eine Wlan-Verbindung (2G).

    Netzclub-Telefonservice kann man völlig vergessen.
    Netzabdeckung O2 ist lt. Karte vorhanden.

    Habt ihr mir vielleicht noch einen Tipp wie ich das zum Laufen bekomme?

    Viele Grüße
    Tina

    Reply
    1. Javan Post author

      Hallo Tina,

      Roaming kannst du aktivieren. Da das O2 und E+ Netz sozusagen zusammen gelegt wurden kann sich durch aktiviertes Roaming das Netz verbessern.

      Besser wäre natürlich eine 3G Verbindung aber für das Übertragen der Messdaten reicht auch eine 2G-Verbindung aus. Für das Surfen mit dem Laptop ist 2G vermutlich viel zu langsam.

      Unter Einstellungen muss noch die APN von Netzclub hinterlegt werden, ich reiche dazu Screenshots im Beitrag nach.

      Viele Grüße
      Javan

      Reply
      1. Andreas

        Hallo Javan,

        zu allererst möchte ich euch sagen, wie toll ich euer Projekt hier finde und ich es als IT begeisterter Imker, der selbst mal Elektrotechnik studiert hat, direkt nachbauen musste.

        Auch ich habe Probleme den E3531 am Raspberry in Betrieb zu nehmen. Evtl. weißt du es noch nicht, aber unter neueren Win10 Versionen kommst du nicht mehr auf die Weboberfäche des Sticks über die IP-Adresse drauf, sondern kannst die Konfiguration lediglich über die Netzwerkeinstellungen unter Windows durchführen. Ich denke das führt hiert zu den Irritationen. Unter den Netzwerkeinstellungen habe ich die Pinabfrage deaktiviert und das Roaming aktiviert. Über den Stick komme ich am Notebook auch problemlos ins Internet.

        Stecke ich den Stick jetzt aber an den Raspberry, blinkt er am Anfang lediglich grün und dann nach der Initialisierung alle zwei Sekunden blau, was ja heißt er ist im Netzwerk registriert. Es wird aber keine Datenverbindung aufgebaut und die Messwerte an ThingSpeak übertragen. Hier weiß ich nicht was ich machen kann, ohne direkt auf dem Raspberry etwas zu verändern, was ich mangels Monitor und Tastatur aktuell sowieso nicht machen könnte.

        Ich möchte euch auch noch eine Anregung mitgeben. Aktuell kann man nicht so ohne weiteres nachvollziehen, ob die Sensoren richtig angeschlossen und konfiguriert wurden. Hier wäre es super, wenn z.B. die aktuellen Messwerte im Wartungsmodus auf der Seite angezeigt werden würden. So kann man schon mal einen Verkabelungsfehler ausschliessen, wenn, wie in meinem Fall, die Internetverbindung nicht funktioniert und man nicht weiß, ob es jetzt daran liegt, dass die Sensoren gar keine Messwerte liefern, die übertragen werden können, oder es zwar Messwerte gibt, aber die Datenverbindung nicht funktioniert.

        Viele Grüße

        Andreas

        Reply
        1. Javan Post author

          Hallo Andreas,

          bei mir hat es mit der neusten Win10 Version funktioniert (Obtober 2018). Aber könntest du vielleicht Screenshots deiner Vorgehensweise bereitstellen? Diese kannte ich noch nicht und das wäre wirklich hilfreich!

          Vielen Dank für die Anregungen!
          Das sehe ich auch so. Wir brauchen im Wartungsmodus einen Button mit „Teste Internetverbindung“, der anzeigt ob die Verbindung über den Surfstick besteht. Die aktuellen Messungen könnte man eigentlich auch anzeigen. Ich möchte das im Laufe der Woche programmieren.

          Viele Grüße
          Javan

          Reply
  3. Frank Höppner

    Hallo Javan,
    heute ist der Huawei E3531 angekommen. Am PC wird er als CD-Laufwerk erkannt. Allerdings werde ich als Laie aus der o.a. Beschreibung nicht ganz schlau was jetzt zu tun ist (Modeswitch, Kommandos …). Kannst du das bitte etwas erläutern und muss dafür bereits die SIM-Karte im Stick eingelegt sein.

    Vielen Dank vorab.

    Frank

    Reply
    1. Javan Post author

      Hallo Frank,
      ich werde im Beitrag genauer darauf eingehen.
      Ja, die SIM-Karte muss im Stick eingelegt sein.
      Viele Grüße
      Javan

      Reply
  4. Friedrich

    Meine Bienenstöcke stehen im Garten und ich würde wahrscheinlich mein WLAN erreichen. Habe ich es irgendwo überlesen, oder übersehen? Kann man anstatt Surfstick auch die WLAN Schnittstelle des Raspberry Pi Zero W nutzen, um die Messdaten abzusetzen? Ist das über den Konfigurationsmodus einstellbar?

    Reply
    1. Javan Post author

      Hallo Friedrich,
      das geht derzeit noch nicht aber ist auf jeden Fall für die nächsten Versionen geplant.
      Viele Grüße
      Javan

      Reply
  5. Paul

    Ist es auch möglich, die Daten für eine gewisse Zeit zu speichern und nur bei Verbindung ans Netz zu versenden?

    Ich stelle es mir so vor, dass der Pi Gewicht und Temperaturdaten laufend ermittelt und speichert, wenn ich an den Stand komme, könnte ich am Handy einen wlan hotspot öffnen und der Pi könnte dann die Daten übertragen.

    Beste Grüße

    Reply
    1. Javan Post author

      Hallo Paul,

      ja, das ist möglich. Zum aktuellen Zeitpunkt ist das nicht nicht in die Firmware implementiert, aber ich möchte das auch noch umsetzen. Das ist einfach.
      In welchem Format möchtest du die Messdaten herunterladen können? SQL, Excel? Wie lange sollen die Daten mindestens aufbewahrt werden?

      Viele Grüße,
      Javan

      Reply
      1. Paul

        Hallo Javan!

        Mir würde eine Übertragung an ThingSpeak reichen, wenn der Pi eine Verbindung zum Internet hat.

        Zur Aufbewahrungsdauer: Im Sommer ist man schon alle 10 Tage am Stand, da würden 14 Tage reichen. Im Winter ist man seltener da. Eigentlich reicht im Winter auch das aktuelle Gewicht, um ggf. reagieren zu können. Auf der anderen Seite, wenn man den Futterverbrauch in Abhängigkeit von Temperatur auswerten könnte, dann wäre das schon nett. Also wären hier vielleicht 31 Tage ganz gut. Dawäre auch ein Urlaub locker abgedeckt. Vielleicht für ganz seltene Besuche auch 2 Monate, aber da glaube ich nicht dran. Eigentlich dürften die Daten ja nicht so viel Platz auf der SD-Karte verbrauchen, daher sollten 2 Monate nicht so das Problem sein, oder?

        Beste Grüße

        Paul

        Reply
        1. Javan Post author

          Hallo Paul,

          ja, die Daten über einen langen Zeitraum zu speichern ist kein Problem.
          Wir planen das für die nächste große Firmware Version.

          Viele Grüße
          Javan

          Reply

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